Von Mitgliedern - für Mitglieder

 

Liebe Mitglieder,

 

auf dieser Seite möchten wir Ihnen Interessantes, lustiges oder auch Spannendes  von unseren Mitgliedern zur Unterhaltung und auch Information in Form von kleinen Berichten, Lieblingsgedichten, witzigen Episoden und selbst erlebten Geschichten näher bringen.

 

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Schützenfest                                                                                                              28.03.21

Autor: unbekannt                                                                                                                               

Diesen Text habe ich aus dem Buch „ Schmunzelgeschichten“ „Aber bitte mit Marmelade!“ entnommen. Aus dem Verlag an der Ruhr.  Hier findet ihr noch mehr Geschichten, viel Spaß wünscht Heike Ritter

 

 

Walburga sieht zum 3. Mal vom schön gedeckten Esszimmertisch auf die Wanduhr.

„ Egon hat versprochen, um 13 Uhr zu Hause zu sein“, erklärt sie ihrer Mutter Roswitha. Roswitha verzieht das Gesicht. Der Ausdruck sagt alles: Was will man von solch einem Schwiegersohn erwarten? Sie hat schon damit gerechnet, dass Egon nicht pünktlich zum Essen erscheinen wird.

„Ich habe dir vor 40 Jahren gesagt, nimm lieber den Theo, der ist Zahnarzt. Da hättest du ausgesorgt“, sagt Roswitha dann. Walburga seufzt. “Mama, Theo wohnt 500 Kilometer weit weg. Wäre dir das lieber gewesen?“ Mir schon, fügt sie in Gedanken hinzu. Manchmal ist ihre Mutter unausstehlich. Und ausgerechnt heute kommt Egon nicht pünktlich zum Essen.

„Als ob dein Egon je diesen dämlichen Holzvogel treffen könnte!“ schnaubt Roswitha. „Lass uns jetzt essen!“

„Wir essen, wenn alle da sind“, erklärt Walburga ihrer Mutter. „Ich hole ihn!“

Roswitha kann es nicht glauben. Ihre Tochter lässt sie alleine in der Wohnung sitzen. Das hat es noch nie gegeben! Walburga geht mit schnellen Schritten zum Schützenplatz. Mit jedem Meter steigt ihre Wut auf ihren Mann. Er weiß genau, dass ihre Mutter ständig über ihn lästert. Auf dem Schützenplatz erfährt sie, dass die Krone und Zepter bereits gefallen sind. Nur der Vogel auf der Schützenstange wackelt und wankt nicht. Egon steht zwischen einigen anderen Schützen. „Ein paar Männer sind schon nach Hause“, berichtet Walburgas Freundin Elvira, die vom Rand des Platzes das Schießen beobachtet. „Stehen halt unter dem Pantoffel!“

Walburga beißt die Zähne zusammen. Sie will sich nicht nachsagen lassen, dass ihr Egon unter ihrem Pantoffel steht. Aber sie  will  auch nicht  ohne  Egon zurück  nach Hause  gehen.   Das wird ihre Mutter ihr für den  Rest ihres  Lebens vorhalten.

„Und, wer schießt als Nächster?“ Der Schießwart wedelt mit der Packung, in der die Munition aufbewahrt wird. Die Männer halten sich zurück. So langsam geht ihnen das Geld aus. „Die haben alle schon ordentlich bezahlt“, verrät Elvira. Jeder Versuch, auf den Vogel zu schießen, kostet zwei Euro. Da kommt schon einiges zusammen. Walburga fragt sich, wie oft ihr Egon wohl schon geschossen hat. Sie beobachtet die Männer. Einer nach dem anderen lädt die Waffe durch. Die Menge hält den Atem an. Schuss! Nichts!

Walburga kommt es so vor, als grinse der Vogel sie von der Stange an. Ihre Wut, die etwas schwächer geworden war, wächst erneut. Mit großen Schritten geht sie auf den Schützen zu. „Lasst mich mal“, meint sie und reißt dem Schießwart die Waffe aus der Hand.  „Du kannst doch gar nicht…“, ruft Egon. Ehe er schießen sagen kann, hat Walburga bereits den Hahn gespannt, den Vogel ins Visier genommen und geschossen.

 

Die Menge jubelt!    Walburga hat den Vogel getroffen und zu Fall gebracht. Die Männer um sie herum sehen sich betreten an. „Äh!“ stammelt der Schießwart. „Das geht nicht“, murmelt Egon, „Frauen dürfen bei uns nicht mitschießen“, bemerkt einer der anderen Männer.

Die Leute am Rand jedoch rufen:“ Wal-bur-ga! Wal-bur-ga! Sie hören nicht auf bis der Schießwart sagt: “Wer den Vogel holt wird Schützenkönig! Basta! Herzlichen Glückwunsch, Walburga!“

Die Männer heben Walburga hoch und tragen sie einmal um den Platz herum. Walburga zittert am ganzen Körper. Das wollte sie nicht. Je mehr Menschen jubeln und je lauter sie klatschen, umso besser gefällt ihr das. Am meisten freut sie sich darauf, ihrer Mutter zu erklären, dass das Essen ausfällt. Sie weiß genau, was Roswitha sagen wird: „Schützenkönigin! Das ist doch nichts für Frauen. Hättest du lieber den Theo geheiratet! Da wo der wohnt, gibt es so etwas nicht!“

 

Aber Theo hätte sich bestimmt nicht so mit Walburga gefreut wie Egon. Nachdem er den ersten Schreck überwunden hat, geht er stolz neben seiner Schützenkönigin her. 

 


Internationale Politik (Amerika zu Zeiten von Ronald Reagan)  von Else Stratmann        ( Metzgerei-Gattin aus Wanne Eickel)

Autorin: Elke Heidenreich                                                                                                                     eingesandt von Heike Ritter

Die Welt mit den Augen von Else Stratmann ( Metzgerei-Gattin aus Wanne Eickel) alias Elke Heidenreich Else sinniert über die Welt und die Politik mal aus einem ganz anderen Blickwinkel.

  

Es geht los mit internationaler Politik:

 

Könnse ma Gucken, auch Kauboys wern krank, nä hätten wer bei den Reagen ga nich gedacht, der is doch immer sow<t von kregel, aber schließlich isser auch schon über sippzich, wat willze machen. Trotzdem, wenn son Amerikaner krank is, datt kannze ers mag a nich glauben, die sintoch so gesund da immer alle, ganzen Tach am lächeln, alles voll mit Vitamine, gute Krankenkasse, Kaugummi, nette Ärzte un alles, da kannze doch ga nich krank wern, datt paßtoch ga nich, un trotzdem, nä. Lcj er auffe Nase gezz, mitten Darm.

 

Aber der is ja wat zäh, wissensenoch, wiesen angeschossen ham dammals, schon vonne  Bahre runter warer am winken nach seinem Volk, keine Angst, Pappa machtatt schon, bald wird widder durchgegriffen, un so waret nä.

 

Un mitten Darn gezz auch. Dea schneidense dem den Bauch auf, holen en halben Meter raus, nähen en zu un watt macht er? Steht am Fensterun grinst un sacht, nich so schlimm, der Russe soll bloß nich denken, wennich krank bin, tätich nich genuch auffem Kommenismus aufpassen, ja von wegen. Ich mein son Darm is lang, nä da kannze ruichma son Stücksken von abschneiden, kuckense , ich als Metzgersgattin hab ja mit Därme den ganzen Tach zu tun, unsere Trüffelleberwurst ham wir ja nur innen feinen Naturdarm, aber so ein hat der Reagan ja nich – ich mein nur: son Darm der hält wat aus.

 

Erst wolltense uns ja verklickern, datat alle nich so schlimm wär, weil, ein Scheff von ein Land, der daaf eimfach nich krank sein. Wissense noch, wattseden arm Schernenko in Russland am Schluß mitten Stock im Rückern gestützt ham, dattet ja nich auffiel, wie klapperich der schon wa, dabei wäret doch menschlich, wennson Präsedent aumma zeicht, datt ihm watt weh tut un datter nich ehr so kann.
 

Kuckense, der Reagean, nä, vor einiger Zeit, wie datt mitte Terroristen unte Geiseln in dies Fluchzeuch wa, da hat er gesacht, de Terroristen wärn Mißgeburten unte de Regierungen von watt weiß ich, Kuba und Nicaragua, datt wärn alle Verbrecher un müßte er gezz hart durchgreifen. Da dachtich noch so, nä, is datt nu nochen menschlicher Mensch oder nich mehr, un wie er dann krank wa, wa ich richtich beruicht, nä, kuck, dacht ich, Else, der auch isser donnich ganz aus Granit, der Olle. Und wer hat Glückwünsche geschickt für zum  Gesundwerden? Der Presedent von Nicaragua, kannze ma sehn. Wolln ma hoffen, datter Reagan sich datt ma zu Herzen nimmt un nich bloß in sein Darm en Mensch is, sondern sonz auch. Un die sechzich Zentimeter, diese abgeschnitten ham, watt wird gezz damit? Komm die in Ammerika innen Museum, oder krichtse der Deutsche Bundesregierung, die de Ammerikanen doch so gerne im Hintern kriecht?
 

Diese Weisheiten kommen für uns aus uralten Zeiten, aber wenn ich so darüber nachdenke, kann man schon das eine oder andere auch auf die heutige Politik übertragen. Natürlich nicht alles aber wie schnell war Donald Trump genesen???

 

Wenn  ich euch Lust auf mehr gemacht habe dann meldet euch denn Else hat noch mehr solche kurze nachdenklich und immer heitere Überlegungen angestellt.

 


Der Erlkönig mal ganz anders:           Dä Ölkünning

Autor: ???                                                                                                  eingesandt von Heike Ritter

Wer krüff noch so späz en der Naach öm de Türm?
Et eß da Pitter , hä sök noh Würm.
Hä hält e Emmerche ungerm Ärm
Un secher hält singe Klein dä Scherm.

 

„Sag, Jung, wat steiht der de Angs em Geseech?“
„Sühs du der Schutzmann hinge em Leech?
Dä Schutzmann, Vatter, dä schriev uns op!“
„Jeck, Jung, dat es en Möschepopp!“

Leev Kälsche, kumm mit en de Blech!
Do wors de letzte Zigg ze frech.
Mänch Rutaug häß de gefange em Rhing
Un keimol hatt’s de ne Angelsching!“

„Och Vatter, mi Vatter do höösch et doch och,
Dä Schutzmann, da schnapp mich un brängk mich ent Loch!“
„Bliev räuhig, rääch dich flöck widder av!
Do falle bloß welke Blädder erav.“

„Na Klein, willste nit met mer gon?
Ming Fraulück jetzt allt om Dürpel ston,
Min Dööchter, gläuv et, sin all e As.
Se schrieve de Knöllcher! Et freut sich de Kaß!“

„ Och Vatter, mi Vatter, jo sühst du dann nit
De Politesse, en ganz große Schwitt?“
„Jo Jung, beß stell, ich bin doch nit schäl.
at sin e paar Nüttcher met enem Kääl!“

„ Ich schnappe dich, mich reiz dingem Ahl sie Gehalt,
Un küß de nit wellich, dann mach ich dich kalt!“
„och Vatter, mi Vatter jetz han mer genog,
Ich hann bal fuffzig Würmcher em Doch!“

Dä Vatter schött sich, hä läuf wie der Wind.
Hä drägt singe Emmer, dä Scherm und dat Kind.
Glöcklich doheim, verhäut er der Krott.
E Loch wor em Emmer, de Würm wore fott!